Bauen am Hang
Die Wege folgen nicht einem rechtwinkligen Plan. Sie verbinden Hauseingänge, Höhenstufen und Gärten. Stein und Lehm passen sich dem Gelände an; manche Durchgänge wirken eng, weil Wohnraum und Erschließung um dieselbe begrenzte Fläche konkurrieren. Wer langsam geht, erkennt, wie sorgfältig selbst kleine ebene Bereiche genutzt werden. Der Ort lässt sich deshalb besser zu Fuß als aus einem einzelnen Panoramablick verstehen.
Wasser in den Terrassen
Kanäle führen Wasser zu den bewirtschafteten Flächen. Ihr Verlauf macht sichtbar, dass die Gärten auf dauerhafte Pflege angewiesen sind. Palmen und andere Nutzpflanzen stehen nicht in einer unberührten Wildnis, sondern in einer geschaffenen Kulturlandschaft. Auf öffentlichen Wegen kann man diese Struktur betrachten; Abkürzungen durch Beete und private Höfe sind unangebracht. Das gilt auch dann, wenn eine Fotoperspektive besonders verlockend erscheint.
Als Gast im Dorf
Misfat ist ein Wohnort mit touristischen Angeboten. Ruhiges Verhalten, bedeckende Kleidung und Rücksicht vor Hauseingängen helfen, den Besuch für alle angenehm zu halten. Die vielen Stufen machen den Rundgang körperlich anspruchsvoller als eine ebene Ortsbesichtigung. Ein Aufenthalt lässt sich mit Al Hamra verbinden, wobei der Vergleich zwischen dem Ort in der Ebene und dem Dorf am Hang besonders aufschlussreich ist. Beide nutzen ähnliche Materialien, reagieren aber unterschiedlich auf ihre Lage.

